Nitrolympx 2013

Ich hatte ja schon einiges vor der Linse, die 28. Nitrolympx, die größte europäische Drag Race Veranstaltung, vom 9. bis 11.8.2013 legte die „Boah Ey!“-Messlatte allerdings wieder einmal höher. Ich habe bisher nichts, aber auch rein gar nichts, erlebt was mit einem Top Fuel Dragster gleichzusetzen ist, der ein paar Meter neben einem losballert.

Ein paar Fakten: 8 Liter Hubraum, 7000 PS, von 0 auf 100 in 0,8 Sekunden, Endgeschwindigkeit um die 450km/h am Ende der Quartermile (~400m). Anpressdruck auf den Fahrer beim Start ca. 4g (vierfaches Körpergewicht), beim Bremsen mittels Fallschirm (!) werden es nochmal 2g mehr.  Befeuert werden diese Boliden mit Nitromethanol -flüssigem Sprengstoff – per Direkteinspritzung, Ladedruck der Motoren etwa 5 bar. Diese 8 Meter langen Raketen mit Rädern dran sind keine Naturgewalt, sondern eine Naturkatastrophe – unbeschreiblich!

Ich habe jedes Mal wenn eine dieser Perversionen 3 Meter neben mir auf dem Dragstrip vorbeigefahren vorbeigeflogen ist, die Kamera vor Schreck verrissen – dabei hatte ich meine normalen Ohrstöpsel plus Kapselohrschützer am Start um meine Lauschlappen zu schützen. 150 Dezibel sind aber auch echt eine Ansage und entsprechen etwa dem Lärm den ein Düsenflugzeug produziert… in dreißig Metern Entfernung (zum Vergleich: Ein Presslufthammer hat etwa 100 Dezibel wenn man direkt daneben steht).

Die Motorräder, wegen denen ich ja eigentlich für den Syburger Verlag da war, waren aber auch nicht von schlechten Eltern. 1000 PS, 2 Liter Hubraum, 800 Nm Drehmoment und die Quartermile in 6 Sekunden bringen wahrscheinlich jede herkömmliche Radarpistole zum durchglühen. Hinter einem dieser Top Fuel Bikes beim Vorstart zu stehen ist übrigens eine schlechte Idee. Das mehr oder minder verbrannte Nitromethan mit denen das Höllenfeuer in den Zylindern entfesselt wird ist ziemlich unangenehm zu Augen und Nase.

Großes Kino und für die Presse sehr professionell organisiert – da könnten sich ein paar Veranstalter echt mal eine Scheibe abschneiden. Wer so eine Veranstaltung fotografiert sollte sich übrigens danach auch gleich einen Spülschwamm mit in die Dusche nehmen. Die halbgeschmolzenen Gummiflocken der Burnouts sind echt hartnäckig und nur mit roher Gewalt von der Haut zu entfernen.

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